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Zucht

April: 2011: Hanoi und Odessa, 5 Tage alt. Im Hintergrund Mutti, zum letzten Mal auf dem Penkhhof

Am 18. April 2011, zwischen 9 Uhr abends und Mitternacht, hat Hanoi ein wunderschönes, hochbeiniges Stutfohlen zur Welt gebracht. Mit dieser Geburt hat uns die routinierte Mammi ziemlich an der Nase herumgeführt.

Seit dem 1. April haben wir auf das Fohlen gewartet, das Euter war schon lange geschwollen, die Mutterbänder sagen eingefallen aus.

Am 17. April gab es Harztropfen, am 18. sollte Vollmond sein - ihre letzte Chance, oder?

Am Morgen des 18. April stand sie wieder in der Box und fragte mich mit treuseligen Augen, was ich hier suchte.


Wie wenn er es gespürt hätte, kam Gerhard am 18. April nach Hause und stellte den Wecker auf Mitternacht, damit wir ja nichts verpassen würden. Die meisten Fohlen kommen doch zwischen 0 und 3 Uhr morgens auf die Welt. Als er 5 Minuten nach 12 Uhr in den Stall kam, war es - im wahrsten Sinne des Wortes - zu spät, um dabei zu sein. Seine Meldung an mich: "Es ist eine Giraffe".

Tatsächlich hat Odessa unheimlich lange Beine, war gut "ausgebacken" und nach kürzester Zeit sehr geschickt. Schon am 5. Tag ist sie Mammi selbständig in den Garten gefolgt und hat sch über die Bewegungsfreiheit gefreut. Nach einer Woche hat sie am Heu und Kraftfutter mit Neugierde und Genuss genascht.

Nach einem Monat übersiedelten Mutter und Tochter ganz in den Garten mit eigener Gartenhütte und in Nachbarschaft zum Hengst, den Odessa dann im September eigenständig besuchen ging. Besonders erfreut war sie von Papas Reaktion aber nicht und froh, als sie -diesmal durch das Tor, nicht drüber - wieder zu Mama konnte.

Ab Oktober konnten die beiden zur Huzulen- und Pony-Herde, wo sie sich schnell einlebten: Hanoi als Rangoberste, wie eh und je, Odessa in ihrem Schlepptau, die Ponies aufscheuchend. Wer Vorrecht auf die Hütte hatte, ist wohl schon klar?

Im November gab es vorerst eine letzte Übersiedlung, diesmal alleine bzw. in Begleitung von anderen Fohlen: Odessa ist jetzt zur Aufzucht in einer Huzulen-Fohlenherde in Ungarn und hat schon einige neue Freunde gefunden.

Hanoi hat von einem Tag auf den anderen ihre normale Aufgabe im Schulbetrieb wieder aufgenommen. Solange das Fohlen noch in der Nähe war, wollte sie nicht arbeiten, lieber aufgeregt herumrasen. Sobald die 6 Monate alte Odessa weg war, konnte man mit Hanoi machen, was sie gewohnt war. Allerdings ist sie immer noch spritziger und energiegeladener als die anderen Huzulen und gibt daher manchen Reitern eine Aufgabe zu lösen auf.

 

Auf dem obenstehenden Bild ist im Hintergrund meine Mutter zu sehen, an ihrem letzten Besuch auf dem Penkhhof. Sie war schon sehr schwach, wollte sich auf dem Penkhhof erholen und nahm den Spaziergang vom Holzhaus zum Fohlengarten auf sich, um das neue Fohlen zu beobachten und zu fotografieren. Im Mai musste sie wieder ins Krankenhaus, am 13. Juni hat sie uns für immer verlassen.